Last Updated on 14. April 2021 by Meinhard Böhm
Definition von Holzschutzmittel – Altlasten
Holzschutzmittelaltlasten entstehen durch Wirkstoffe, die in Holzschutzmitteln (wie z.B. Hylotox) und Flammschutzmitteln enthalten waren, die heute nicht mehr gebräuchlich oder zugelassen sind. Die Altlasten in Holzschutzmitteln kann man in organische und anorganische Bestandteile untergliedern.
Organische Holzschutzmittel -Altlasten
Zu den organischen Holzschutzmittelaltlasten zählen u.a. die häufug auftretenden Soffe:
DDT -Dichlordiphenyltrichorethan (ein Insektizid, was ab ca 1940 bis ca. 1972 eingesetzt wurde und heute als gesundheitsschädlich gilt)
PCP – Pentachlorphenol (ein Fungizid)
Lindan – oder Gamma-Hexachlorcyclohexan (ein Insektizid)
Anorganische Holzschutzmittelaltlasten
Anorganische Holzschutzmittelbestandteile, die als Altlasten angesehen werden, sind zum Beispiel:
Fluor – wurde in einer Vielzahl von Holzschutzmitteln verwendet. teilweise als Ersatz für die organischen Wirkstoffe.
Arsen – war oft Bestandteil in Verbindungen mit Fluor
Quecksilber – ebenfalls oft Bestandteil von Holzschutzmitteln, vor allem in wasserlöslichen Präparaten
Chrom – Beimischung in Holzschutzmitteln zur Fixierung im Holz
Kupfer – Bestandteil in Holzschutzmitteln vor allem zur Anwendung im Freien.
Vorgehen beim Verdacht auf Holzschutzmittel Altlasten
Die Bestandteile aus alten Holzschutzmittelanwendungen können in die Luft (z.B. Lindan), in den Staub (z.B. DDT) bzw. sowohl in die Luft wie auch in den Staub (PCP) übergehen. Zunächst sollte man die vermeindliche Innenraumquelle analysieren lassen. Dabei ist es wichtig, dass auch daran gedacht wird, dass zumeist nicht nur eine, sondern mehrere Holzschutzmittelbehandlungen, oft mit unterschiedlichen Produkten, vorgenommen wurden. Besonders im Sommer kann bei ausgebauten Dachgeschossen eine Belastung auftreten, wenn die Altlasten nicht erkannt werden und entsprechende Gegenmaßnahmen vorgenommen werden.

Typische Produkte
Beispiele für Produkte, die heute nicht mehr zugelassene Bestandteile als Holzschutzmittel Altlasten enthielten, sind zum Beispiel: Hylotox 59 und Dohnlalit Ull (ehem. DDR), Xylamon BV (ehem. BRD) und andere.
Verhalten bei Verdacht auf Holzschutzmittel Altlasten und Erkennung
Egal, ob die betroffenen Bereiche bereits genutzt werden oder erst ausgebaut werden sollen: Es ist eine Einschätzung durch eine Sachverständige/einen sachverständigen zu empfehlen. Ist man nicht fachkundig und nimmt selbst Analysen vor, kann das zu falschen Ergebnissen führen. Auch ist die sachkundige Wahl des aussagekräftigen Probeentnahmeverfahrens ausschlaggebend für die Aussagekraft des Ergebnisses. Visuell sind die Belastungen mitunter nicht zu erkennen.